Borkheide – im Haus (Hütte) des Großvaters

Familie, Heimat, Lieblingsbäume…innere und äußere Ordnung herstellen…

Das Mietverhältnis am Schliersee war begrenzt und im Frühjahr durfte ich weiter ziehen. Lange war ich schon nicht mehr in Berlin, dem Geburtsort meines Vaters und da zog es mich erst einmal hin. Auf nach Berlin – genau gesagt nach Borkheide, in das Haus (eher Hütte oder Dacia) meines schon lang verstorbenen Großvaters, dass nach dem Krieg durch die Trennung Deutschlands praktisch zwangsenteignet wurde. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands und großem Einsatz und Kostenaufwandes meines Vaters konnte dieser das Haus wieder zurück gewinnen und es dann viele Jahre als Wochenendhaus nutzen und tolle Zeiten dort mit meiner Mutter und Freunden und auch uns erleben. Danke Papa, dass Du diesen Ort wieder in die Familie zurück geholt hast und danke an meinen Bruder, der das Haus irgendwann meinem Papa abgekauft hatte und somit weiter im Familienbesitz bleiben kann! Und vor allem Dank an den Großvater, der das Haus einst gekauft hatte, um sich dort selbstständig zu machen und eine Gärtnerei dort zu eröffnen, doch da kam der Krieg dazwischen und seine Folgen. Als dann Deutschland getrennt wurde, hat mein Großvater jahrzehntelang beträchtliche Verwaltungsgebühren an die DDR gezahlt, damit das Haus zumindest laut Grundbuch noch im Eigentum der Familie bleibt – auch wenn keiner es nutzen konnte zu Zeiten der DDR. Als ich da plötzlich eine Bleibe auf Zeit hatte, nur möglich durch den Einsatz all meiner Vorfahren und Bruder…war ich tief berüht. Denn ich hatte nur meinen Bus als Heimat und plötzlich ein kleines Haus – wenn auch nur auf Zeit – wo ich bleiben konnte.  Da wurde mir die Kraft des Familienbundes einmal wirklich bewusst. Dank Euch allen! Ohne Euch hätten weder ich noch all die Menschen die in diesem Haus schöne Zeiten verbracht haben, das erleben dürfen.

Auch wenn das Haus schon recht verfallen aussieht und etwas modrig ist, so hat es doch seinen Charme und liegt vor alledem in einer wunderschönen Waldsiedlung, wo man wirklich Ruhe hat und aus dem Fenster immer den Eichhörnchen zuschauen kann, wie sie die Nüsse abholen. Einfach idyllisch, wenn man es so nehmen kann.

Auch die ganze Umgebung liebe ich sehr! Der ganze Ort ist umgeben mit Wald, Wald und noch mehr Wald! Wie schön ist das, und dazu noch voll mit meinen Lieblingsbäumen, die ich auch in südlichen Regionen so liebe: Pinien, Pinien und noch mehr Pinien. Wohw! Die ein oder andere Radtour, wunderschöne Spaziergänge und mein Jogging-Training habe ich da machen können und meine Arbeit in der Hütte mitten im Wald erledigen dank Internet. Also wenn dass nicht Leben “pur” ist ;-)…

Und dann gab es noch eine nach meinem Geburtsnamen “Michael” (Der “Kuno” kam ja erst später dazu, andere Geschichte…) benannte Straße…samt Schildern einmal in der natürlichen Form und einmal ganz technisch modern gefertigt….und ich selber liebe Technik, das Moderne und ebenso das Natürliche und die Natur….also wenn das kein Zeichen war am richtigen Platz und Ort zu sein :-).

Aber erst einmal war im Haus einiges in Ordnung zu bringen: Seit einiger Zeit war in dem Haus schon der Strom nicht mehr so wirklich zu gebrauchen – machte man den Kühlschrank an, ging das Licht aus im Bad, machte man die Dusche an, ging das Küchenlicht aus und andere Kuriositäten, die mir mein Vater und Bruder vorab schon berichtet hatten. Mein Vater und Bruder hatten sich dann behelfsweise geholfen, indem sie nur wenige Verbraucher nutzten, also entweder Licht oder Dusche beisspielsweise….das war natürlich kein guter Zustand zum Wohnen und Arbeiten. Zugegeben die elektrische Anlage hatte auch schon einige Jahre auf dem Buckel….auch funktionierte irgend etwas nicht mehr am Wasserfluß…ich glaube es war die Dusche. Nun, da ich handwerklich sehr geschickt bin und auch vertraut mit elektrischen Anlagen bin, nahm ich mir als erstes die Hauselektrik vor…und siehe da, der Fehler war bald gefunden…und gefährlich war er hinzu. Eine durchgeschmorte Leitung im Sicherungskasten samt einer losen Leitung mit Wackelkontakt…deshalb brummte auch immer der Sicherungskasten und der Wackelkontakt erklärte auch warum bei Überlast andere Teile ausfielen. Da hilft nur Anpacken und in Ordnung bringen – beim Baumarkt noch einen neuen Sicherungsautomat geholt und schon war der Stromfluß wieder in Ordnung. Ebenso packte ich das Wasserproblem an und auch hier konnte dann alles wieder fließen. Irgendwie hat mir dieses Erlebnis gezeigt, dass es in meinem Leben schon ganz oft so war….das ich an einem Ort ankam, etwas in Ordnung brachte so dass alles wieder den richtigen (Lebens-)fluß fliessen konnte und dann weiterzog. Ebenso ging es mir mit menschlichen Begegnungen: Auch da hatte ich viele Erlebnisse, wo Begegnungen einfach nur stattfanden, damit etwas in Ordnung und in Fluß kam. Diese Erfahrung hat mir nochmal meinen Wesenszug bewusster gemacht, äußere und innere Ordnungen herzustellen und Dinge und Menschen wieder in den (Lebens-)Fluß zu bringen, da wo ich auftauche oder gebraucht werde, was sich natürlich auch in meiner spirituellen Arbeit mit Menschen wiederspiegelt.

Nachdem alles in Ordnung war konnte ich eine schöne Zeit in Borkheide verbringen und in einem Telefonat mit meinem Bruder fragte der mich plötzlich: “Du – ich brauche dringend einen Mieter für mein Haus in Rothenburg, ich hinke mit einigen Bürokratie-Unterlagen hinterher, könnte Hilfe gebrauchen und einen Mieter für das Haus, aber fertig ist das Haus auch noch nicht,…..kurzum kam mir die Idee: Nächste Station Rothenburg…